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maandag 16 januari 2012

Tata Steel Chess 2012

Aus dem fernen Kanada schauten wir im Winter immer mit Ehrfurcht zum Tata Steel Schach Turnier hinüber durchs Glasfaserkabel. Waickensie, wie es unsere kanadischen Schachhelden nannten - die auch gerne das Phänomen sackswäng diskutierten - , oder, auf gut Holländisch, Wijk aan Zee, ist einmal im Jahr ein Schachpilgerort, für Spieler aller Niveaus, von Schachwürmern wie your's truly bis zu solchen Göttern wie Carlsen, Aronian, Ivanchuk oder Giri. Und nun wohnen wir beinahe dort, mit öffentlichen Verkehsrmitteln, ein Auto haben wir schliesslich nicht, sind wir in ca 40 min mittendrin, zwischen Hochöfen und Strand.



Wit hatten Jakob auch dann schon lange versprochen, dass er mitspielen dürfe, wenn's soweit wäre, und diesen Wochenende begann das Spektakel. 3 Wochen lang Schach, Schach, Schach, herrlich! Wegen Hausumbaucomplexität haben wir nicht ganz so viel Zeit, aber ein Wochenende musste drin sein. Darum spielte Jakob bei den Wochenendsvierkämpfen mit. Ca 540 Spieler waren nach KNSB Rating in 4rer Gruppen eingeteilt und spielten einen round robin, also 3 Spiele, eins Freitag, eins Samstag und Finale am Sonntag. Jakob's Gruppe war 9L, eine der letzten Gruppen, weil Jakobs KNSB Rating noch nicht ganz eingependelt ist, und so war es nicht ganz unwahrscheinlich, dass er den 1ten Preis holen würde. Doch waren die Gegner um die 1320 gerated, dass sind also zwar blutige Amateure, aber schon erfahrene Klubspieler!



Am ersten Tag mussten wir uns anmelden und es dauert eben bis wir begriffen, dass Gruppen 8 und 9 gar nicht im grossen Saal zusammen mit den Grossmeistern spielten, sondern im Kaffee de Zon. Ein bisschen verwirrt und aufgeregt liefen wir eben hin und her um Wijk an Zee zu begreifen, die Situation in de Griff zu bekommen. Nachdem der Spielsaal gefunden war wanderten wir zum Strand und liessen uns vom eisigen Wind beuteln. Hie und da sah es aus als ob rudelweise Hasenraupen aus dem Wasser und über den Strand in die Dünen flitzen, aber es war nur vom Wind aufgepeitschter, weggejagter Meeresschaum. Im Abstand von 300m standen jeweils Männer in wehenden Mänteln, die ziellos in die Ferne starrten, ihm Geiste auf irgendeiner Nebenlinie ihres Repertoires.  Ok, Zeit zum Kampf! Zurück in die warme Stube.

Das Kaffee war perfekt für mich: Nachdem alle Spieler im Spielsaal verschwunden waren wurde es ruhig und konnte ich mich in Elmas Artikel über das Verhältnis von second language acquisition und specific language impairment und eine Tasse koffie verkeerd vertiefen. Immer mal kam Jakob zu Vorschein, ganz aufgeräumt, und nach ca 1.5 h war die erste Partie gewonnen. Es war etwas Glück dabei, denn die Rochade, die die Springergabel zuließ, hätte ihm eigentlich zum Verhängnis werden müssen! Wir aßen einen Rausschmeisser (Brot mit Spiegelei) und wanderten noch zum Analysezelt. Da hörten wir einem serbischen Grossmeister zu und erfuhren Details zu den Spielen Nakamura - Ivanchuk und Gelfand - Giri, und dann, hops, liessen wir uns von Bus und Bahn nach hause schaukeln und wiegen.


Auch am Zweiten Tag gewann Jakob, diesmal mit einem deutlichen Arbeitssieg. Zeitgleich mit Jakobs Spiel waren die Parteien der A Gruppe begonnen, und wir hatten nun Zeit uns das anzuschauen im grossen Saal. Ich begriff jetzt erst, was Schach und Golf gemeinsam haben, ja, dass Schach eigentlich ein Bewegungsport ist: gehen, gehen, gehen. Wie eingesperrte Tiger strichen die Meister zwischen ihren Brettern auf und ab, hin und her, und wir, gebannt, folgten jedem Schritt, prägten uns die Bewegungsmuster ein. Wieder zuhause checkten wir via Zwischennetz den Spielstand. Die anderen 2 Spieler in 9L hatten Remise gespielt, morgen ein Remise wäre genug für den ersten Platz!

Am Sonntag nahmen wir die Damen mit, wanderten wieder über den Strand, aßen wieder Rausschmeisser, guckten wieder nach GMs, und Jakob spielte sein Remise: Gruppenerster, Gewinn 25E, Promotion! Als wir abends Mendelssohn üben auf Violine und Flöte klingelt das Telefoon, selbst die Zeitung hat es mitbekommen und will mit Jakob sprechen. In gewohnt hyperbolischem Stil lesen wir am nächsten Tag:


Und auch Rebecca konnte das Interesse der Medien erlangen: im offiziellen Video ist sie mit ihrer blauen Mütze zu sehen! 

zaterdag 20 augustus 2011

De vrije slag door Zutphen

Ja Berni, viel um die Ohren, aber heute hatten wir Wasser in den Ohren.


Seit unserer Ankunft sind wir viel mit der Haussuche in Haarlem beschäftigt. Mit Fahrrad und Stadtkarte hin und her, in der Pause einen Bitterbal und ein Butterbrot mit jungem Gouda.


Wir haben inzwischen ca. 20 Häuser angekuckt. Wenn's klappt, wohnen wir in einer Gegend, die 10 Fahrrad Minuten entfernt from Strand ist, 10 Minuten durch ein Dünennaturschutzgebiet, 2 min zur Schule, Arbeit ca 40 min. Weils aber erwartungsgemäß noch dauert und auch noch umgebaut werden wird müssen wir erst kurz mieten, ausserdem weiter Häuser gucken, Architekten suchen, Bautechnische Untersuchung regeln, Hypotheken abschließen, Fahrräder 2ter Hand kaufen und reparieren, Musikunttericht regeln, Sportclubs, usw. .... Wir haben natürlich kein Führerschein mehr und kein Auto, alle Abstände werden mit Zug und Fahhrad bewältigt. Unsere Kleider, Bücher, Computer und Elmas Fahhrad stehen auf einer Pallette in Rotterdam, das Finanzamt hat unseren Antrag auf Erlassung von Mehrwertsteuer und Einfuhrrecht bisher noch nicht genehmigt, zum Glück haben wir noch genug Kleider mit von unserer Reise durch British Columbia.


Zugleich aber erfreuen wir uns täglich wieder an und in Holland. Hier in der Hinterecke (Achterhoek) bei Elmas Eltern ist es prächtig. Fahrradfahren (immer fahrradfahren = fietsen) unter Alleen, über sandige Waldpfade, zum retro-Freibad in Vorden, Kaffee im Garten, Tischtennis unterm Garagendach. Ich studiere das Goldene Zeitalter Hollands, Descartes, Spinoza, Grotius, Vossius, aber auch Supralapsaristen und Infralapsaristem, bzw. Remonstranten und Contraremonstranten, usw., Elma bereitet ihren Kurs vor und denkt sich Forschungsprojekte aus, die Kinder spielen mit Hubert's Kindern oder mit Ministeck und fietsen, fietsen, fietsen.

Heute war allerdings ein besonderer Tag. Wir hatten in der Zeitung gelesen vom 'Freien Schlag durch Zutphen',  einem Schwimmwettstreit in der Berkel. 


Nach dem wir in Canada/USA in Yellowstone Lake (12°), Big Horn Canyon (19°), den Seen von Saskatchwan (19°), dem Pazifik auf den Queen Charlotte Inseln (15°) und dem Pazifik vor Tofino, Vancouver Island (16°), und letztens in Haarlem im monumentalen Houtvaart Schwimmbad (Amsterdammer Schule), 21.5°, rumgeschwommen waren fühlten wir uns reif für unseren ersten Schimmwettkampf in offenem Wasser und haben uns gleich angemeldet,


 Elma für 1500m, ich für 3000m. 


Die Berkel ist ein ziemlich ruhiges Flüsschen, mit leichter Strömung, Wassertemperatur ca 20°, 


dass unter Weidenbäumen langs in einem leichten Bogen durch Zutphen dümpelt, zwischen 500 Jahren alten Häusern und unter Brückchen hindurch. 



Wir haben es alle beide geschafft,


und genossen bei bestem Wetter 


vom undurchsichtigen und ungefilterden grünbraunen Wasser


und der eigenartigen Perspektive. Unsere Zeiten wissen wir noch nicht, stehn wohl bald auf der Website. Nächstes Jahr machen die Kinder auch mit. Mal sehen wann und wo der nächste Wettstreit stattfindet. Im Herbst allerding dann mit leichter Neoprenrüstung!

zaterdag 1 januari 2011

New Year Ski - Owl Loop

Zum neuen und letzen Blog-Jahr kapitulieren wir unser Blog in eine neue Dimension mit: Soundclips. Wir sind noch nicht sehr geschickt, notwendige und neuartige Tricks, Taktiken, Software usw. müssen noch ganz von vorne gelernt werden. Hoffentlich nicht der letzte Versuch:

Listen to New Year Ski from logologics
Wir sind hierin unterwegs in Strathcona Wilderness Centre, ca 30 min östlich von Edmonton. Bei der Anfahrt frügten wir uns ob man geöffnet habe, und wahrlich man hatte, und auch einen event organisiert, nämlich, wer hätte es erträumen können, wer hätte es denken wagen wollen, ein Feuerchen zum Marschmellos verbrennen - der Kanadier isst seinen Marschmello am liebsten karbonschwarz - mit Musik. Im soundscape könnt ihr hören wie wir 1) skiën, 2) am Scheideweg stehen 3) am knasternden Feuer Marschmellows karamellisieren 4) Gu-i-tarrenspiel und Gesang belauschen 4) Schnee ins Feuer werfen (Alexander) und 5) ein bisschen herummosern (mit Geräuschmanipulation!).

vrijdag 1 oktober 2010

Creatief europees bakken


Op vrijdagochtend, als de kinderen naar school zijn, fietsen we eerst noordoost naar de Scona Pool. Zoals altijd wordt de Scona Pool nog steeds met sluiting bedreigd, maar zoals altijd blijven ze ook nog een jaartje open. Ondertussen heb ik mijn zwemkilometer uitgebreid tot anderhalve zwemkilometer. Na het zwemmen fietsen we zuid, naar de Artistic Bake Shop, om verse Pretzels te kopen. A. wees me vanochtend van alles aan: Pflaumenkuchen, Linsertorte, Bienenstich, Schweinsohren, .... 'Wir nennen das Elefantenohren' zei de vrouw naast ons. We komen tot de conclusie dat het een verschil is tussen noord- en zuid-Duitsland, want in het noorden hebben ze olifanten en in het zuiden varkens. De verkoopster, met een zuid-Duitse tongval, mengt zich in het gesprek en vertelt dat sommige mensen ze ook Eselsohren noemen. Dat zijn waarschijnlijk de mensen die als kind leden aan ongediagnosticeerde ADHD. Maar als ik zo terugdenk aan die koekjes, en de oren van de verschillende dieren ernaast leg, dan vind ik ze eigenlijk het meest op muizenoren lijken. Kijken of ze het pikken als ik de volgende keer Mausenohren bestel.

donderdag 12 augustus 2010

Sommerurlaub 2010 gekarted

Post festum noch schnell eine ungenaue kartografische Übersicht, die unsere Zwergenschritte ins korrekte Verhältnis setzt.


View Canoe Trip in a larger map

zaterdag 26 juni 2010

Phoenix, Taylor, und die Meerschweinchen

N musste heute nach Calgary um einen formalistisch-kanadesischen Sprachtest zu absolvieren, ca 6h fahren, 5h Test, 4 am aufstehen, ein Vorschlaghammerprogramm. Ich war darum heute verantwortlich für die Hausmenagerie. Und habe das - als letztlich fundamental sentimentaler Charakter (man denke bitte an Henscheid, Der kleine Elefant) - sehr genossen.


Einen langen flotten Marsch (brisk walk) mit Phoenix, bis der nicht mehr wusste, wo er war, unsicher um sich guckte, und scheinbar glaubte, ich wollte ihn entführen. Auch 3x gescoopt. Um 8.00, 13.00, und 18.00 Fütterung, Gurken und Paprika für Sugar und das andere Meerschweinchen, weiss eben nicht wies heisst, Trockenfutter für den Freund des Menschen, und die Katze auf den Kühlschrank heben (und wenn sie in den Nudelschrank klettert, dann halt Tür zu)! R ging später wieder 'rüber', also zu den Freunden unserer Freunde. Und da hat sie am Stück 5.5 h weggespielt.


Ich dagegen habe mir erst mit Hilfe der Flöte die Akustik in diesem schönen alten Haus vorgenommen (weils nicht so schief ist wie unser altes, klingts hier viel schöner) und dann, wie ver-emailt, den Tartakower. Habe eine Partie Englische Eröffnung (Staunton - Horwitz, London, 1851) durchgearbeitet, sehr interessant, obwohls so alt ist. Problem beim Tartakower ist die Notation, nicht die gewohnte, modernere algebraische, wird in diesem Buch verwendet, sonder die Englische. Die fahren links, und haben, oder besser hatten, eine dazu passende Schachnotation. Z.b. die ersten Züge Staunton - Horwitz sind in englischer Notation =
  1. P-QB4 P-K3
  2. Kt-QB3 P-KB4
  3. P-KKt3 Kt-KB3
  4. B-Kt2 P-B3
  5. ...
zu algebrarisch =
  1. c5 e6
  2. Nc3 f4
  3. g3 f6
  4. Bg2 c6
  5. usw., usf.
Tja, Phoenix begriff es einfach nicht. Und auch Taylor, obwohl er scharf aufpasste, kam in Schwierigkeiten.


Abends dann noch eben mit Markler und la Dr. Schiwago's Theme Hausabnahme, alles geregelt, keine Proteste, la La war mit allem zufrieden, demnächst gehts dann ums Geld (= Eingemachte). Zum Glück war Bexy mit, sie wusste als einzige die Kombination zum Zahlenschloss, in dem der extra Reservehausschlüssel verkapselt war. Das war wichtig, weil Mrs Schussel ihren Schlüssel, unerreichbar für uns, bis hinter den Atlantik ins Burgundische mitgeschleppt hat. Zur Aporie der Relationstheorie bei FH Bradly - ... Our intellect, then, has been condemned to confusion and bankruptcy, and the reality has been left outside uncomprehedend. Or rather, what is worse, it has been stripped bare of all distinction and quality. It is left naked and without character, and we are covered with confusion, ... (Appearance and Reality, p. 29) - bin ich nicht mehr gekommen. Bis =.

vrijdag 25 juni 2010

Putz und Schrubbtag


Rebecca hatte heute ihren letzten Schultag. Ich musste deswegen zwischen Potzen und Schrobben durchs Gebälk der City mich zu unserem Freund und Dealer von Chocolate Exquisite schlängeln. Dort kaufte ich 12 Pralinen die eingepackt wurden in ein Pappkörbchen in der Farbe Ventianisches Rosa, umwunden mit einem blumigen ribbon.


Ich kaufte auch noch 6 für mich selber, oder besser für mich, und unsere momentane Gastgeberin, der wir schon öfter über Chocolate Exquisite erzählt haben, die aber noch nie dort war oder etwas aus diesem Hause probiert hat, obwohl Freunde von ihr die Frau des Besitzer kennen, der .... goobeldigook. Heute abend haben wir die Geschmackrichtungen cayenne, pear-ginger, orange, und espresso probiert. N schmeckte es aber doch nicht so gut wie erwartet, und sie sind auch eigenartig, diese Pralinen, schwer, reich, und kompliziert im Geschmack, mit Nuancen die aus der Fabriekschokolade weggemischt werden, manchmal etwas Schmierig im Abschmack, wie ein Wein mit Kuhstallnote (cfg. die Abteilung chemical des aroma wheel - besonders Untergruppe sulphur, e.g. Note wet dog ). Orange gefiel dem feinfühligen Gaumen dann aber zum Glück doch noch.


Vielleicht spielte es auch eine Rolle, dass wir vorher bei den deutschen Freunden von unseren deutschen Freunden, einer Pathologenfamilie, zum Barbecue geladen waren. Schokolade mit Hamburger? Für Rebecca war auch dieses Barbecue sehr spannend, weil der dortige Hund, Dina, ebenso wie der hiesige Hund, Phoenix, relativ gross ist, allerdings viel ruhiger als Phoenix, ein leicht übertrieben spielfreudiger Golden Retriever. Über den Zaun guckte dann immer noch ein Husky. Und Rebecca ist leider bang, überall lauert der böse Wolf, und auch Taylor, die Katz, die hier wohnt, traut Rebecca nicht über den Weg, nur mit den Meerschweinchen versteht sie sie eigentlich richtig gut. Bang ist hier schon zum festen Begriff geworden und wird von allen im Chor gesungen. Die Pathologen haben kleinere Kinder, mit denen hat Rebecca sich schon gut angefreundet.


Trotz Hund gehts ihr prima, macht euch keine Sorgen, ihr da draussen in der weiten Welt. Wir waren ja heute auch noch beim Friseur.

Es ist vollbracht!

Das Gerümpel, der ganze Kram, Regalbretter, Topflappen, Blumenvasen,


metaphysische Bibliothek, Autoreifen, Vogelfutterstation, Bettlaken, Gabeln, Bilder, Computer, Laptops, Flöten und Violinen, Basteleien,


Nudelvorräte, Unterwäsche, Streichhölzer, Fussmatten, Untersetzer, linguistische Enzyklopädien, Sofafüsse, X-Wing Starfighter aus Lego,


50 Kleiderhaken, Notenständer, Fahrräder, Ritterburg, Fußbälle, Modem, Router, Wok, Strümpfe, Verlängerungskabel, Brotbox, 100kg Bitumen, Marmelade, U-Boot, Racketenköpfe, Rührschüsseln, Ostereier, Krawallschachteln, Mozartkugeln,


Haarbänder, Kinderbücher, Stiefelknechte, alles das haben wir herumgeschleppt und ins neue Haus gequetscht.

Scheinbar haben wir's nötig, hatte Gehlen doch recht, sind wir homini inermes? Scheint so, sicher doch ist, dass der Mensch ein Wirr- und Schwurbelwesen ist (homo demens, homo loquax u.u.a loquatsch)

donderdag 24 juni 2010

Die Idioten wieder mal (good guys)


Alles zugleich: Elma und Jakob in London, Rebecca bei unseren deutschen Freunden, und ich sitze zwischen unseren Umzugskartons (Pappdosen vom Liquorstore - Warsteiner, Cool, Chardonnay aus America, Australien, Südafrika, Jägermeister, usw.) auf unserem alten Knautschsofa und nicke ein bisschen ein, müde vom fürchterlichen Putzen und Schrubben, eingelullt durch die süsslichen Düfte van Lysol Antibacterial und Oven free (don't inhale).


Ich schrecke auf, gucke auf mein Handy, ah, 17.50. In 10 minuten kommen die movers (good guys, sagt unsere Vermieterin). Alles ist fertig, vorbereitetet, Dosen und zerlegte Betten und Regale zittern vom antizipierenden Reisefieber. Ob auch alles ins neue Haus passt, das ist nun die spannende Frage. Denn unsere zukünftigen Vermieter wohnen da noch eine Woche lang, sie haben Raum geschaffen für unser Gerümpel, aber wird's auch gehn? Hm, 18.15, und immer noch keine good guys. Ich rufe dann doch mal an bei Frau Schiwago. Die ruft 10 Minuten später gehetzt zurück.


Der good guy kann leider nicht kommen: keine Zeit! Tja, wir hatten dies alles zirca einen Monat lang geplant, Schiwago teilte uns mit, das Datum des Umzugs sei 'not negotiable', und jetzt hat dieser good guy leider keine Zeit. Ich muss sagen, ich hatte eigentlich ein bisschen damit gerechnet, denn bisher hat noch kaum eine der kanadichen Hilfstruppen hier je zum abgesprochenen Zeitpunkt an die Tür geklopft. Ich bin dann noch zu unserem neuen Haus gefahren, habe mir angeschaut wie viel Platz da ist, und mit T, unserem neuen Vermieter, einem auf indianische Frühgeschichte spezialisierten Archäologen, das albertinische medicine wheel besprochen, das vielleicht eine ähnlich astronomische Verwendung hatte wie Stonehenge. Könnte aber auch sein dass all die Steine, die das albertinische medicine wheel ausmachen, durch Gletscher mehr oder weniger zufällig in de Lage gekommen sind, die einige Enthusiasten als Abbildung des Himmels in der Prärie interpretieren.


Man hat versucht mittels Datierung des Flechtenbewuches festzustellen, wie lange die Steine auf und in ihren gegenwärtigen Positionen liegen, aber das ist schwierig, weil jeder Stein sein eigenes lokales Mikroklima hat, und darum auch ganz unterschiedlich beflechtet ist. Inzwischen hatte la Schiwago neue good guys gefunden. Heute abend wird ein neuer Versuch gestartet. Auch heute abend ist alles genau vorbereitet, wir werden sehn ...

donderdag 8 april 2010

Schlechtes Wetter


Die letzten Wochen war es trocken in Edmonton, sehr trocken, der Schnee ist weg, und nun durstet alles, besonders die Bäume. Es ist das 10te trockene Jahr in Folge, für viele edmontonische Bäume, wie man auf Politikerschwachsinnsdeutsch ("Weil ich es am besten kann", Westerwelle) sagt, ein Schicksalsjahr. Aber heute, endlich der erwartete Niederschlag (percipitation) in Form eines netten Schneesturmes, 4cm in 2h, Windschnellheit bis 90 km/h, da ächzt und stöhnt unsere alte Bude ganz schön, die Fenster knacken, wenn eine Böe auf sie einprügelt, draussen fliegen Mülltonnen herum, und unsere verkrüppelte Weide tanzt Flamenko dass es kracht. Wir sind noch mit dem Fahrrad zurükgeradelt von der Schule, oder besser vom Italienischen Kaffee Leva, wo wir eine Pizza verputzt haben, alles ruhig, kein Lüftchen geschweige denn ein Windchen, paar Wolken, dass schon. Ich hatte die Wettervorhersage genau studiert, late afternoon solltes losgehen, um 4 waren wir zurück, und um 5 gings auch los, volle Pulle.


Ich übe zur Ablenkung derweil circular breathing auf der Querflöte. Schwierig, mit Strohhalm kann ichs, mit einem Ei wahrscheinlich auch,


mit der Flöte aber noch nicht, noch ein bisschen weiterüben, trötrötrötröt, zum Glück müssen wir heute Abend nirgendwohin, wir kämpften gemütlich mit Han, Solo, Lea und R2D2 ums Überleben der Galaxis, und wir habens geschafft, Hera's spilled milk wirbelt weiter, sowie extramural der Sturm (bis Mitternacht ...)


Und zum Abschluss,


als Schmankerl,


zeige ich euch noch ein paar Ostereier, die wir am Osterwochenende eingefärbt haben.

donderdag 1 april 2010

Ein paar Sachen


Lang nix mehr geschrieben. Sorry. Vielleicht weil wenig sensationelle Ereignisse sich in de Gegenwart vollziehen, vielleicht weil ich igelgleich im dunklen Unterholz stöbere, oder mich eingegraben habe wie ein Schlammfrosch, irgendwelchen Kräften still trotzend, die ich nicht benennen kann.


Im Februar waren wir in Calgary, beim AYCC, Alberta Youth Chess Championship. War sehr spannend, anderer Schachclub, andere Gesichter, für Jakob zu viel Neues zugleich, er spielte am ersten Tag nicht auf seinem Niveau, am zweiten gings besser, gewinnen konnte er dann nicht mehr. Nachdem das letzte Spiel gespielt und die Spannung aufgelöst war, steckten die jungen Spieler sich gegenseitig an mit ihrem Enthusiasmus, und spielten und diskutierten bis zum Abend, unschuldiger jugendliche Enthusiasmus, Pläne, Träume.

Der nächste große Wettkampf findet am 17 April statt, dann kann J noch provinzieller Champion werden von Alberta, vielleicht klappts. Zur Vorbereitung spielt J nun jedes verfügbare Jugendturnier. War lustig, eines fand statt an dem Sonntag an dem das "historische" olympische Hockeyendspiel zwischen USA und Kanada gespielt wurde. Wir guckten die Verlängerung zusammen mit ein paar Schach- und Hockeyenthusiasten auf einem Livestream im Edmonton Chessclub. Wie wichtig dieses Spiel für die Kanadier war, kann man sich in Europa vermutlich nicht vorstellen, eigentlich nicht einmal in Kanada selbst. Rob, wie ich Schach- aber zugleich auch Hockey-dad, hatte zuvor protestiert wegen des Turnierdatums. I am living for this, I can't miss it!. Hat ja dann doch noch geklappt, er stand neben mir als das entscheidende sudden-death-Tor in der Verlängerung endlich fiel, und ich begriff das nur aus seinem Siegesschrei, ich hatte nicht gesehen, dass der Puck im Tor gelandet war, ja den Puck die meiste Zeit sowieso nirgends erkennen können. Auf White Avenue wurde laut gehupt, wir standen mitten im fröhlichen Stau, auf dem Weg zum A&W - es gab Burgers, Mamske war in den Niederlanden - man wedelte ringsum mit kanadischen Flaggen aus dem Truckfenster. "Komm Pap, hup auch mal" riefen die Kids, und ich hupte auch mal, wenn auch zögerlich, ich gehöre schließlich nicht ganz dazu, steh ein bisschen abseits, bin Fremder, wie schon damals als Kind im Schwabenland, wie immer eigentlich überall auf dieser platten Scheibe.


Ich schreibe diesen Text in der Edmonton Humane Society, rechts wurstelt sich ein 2 Wochen alter Igel durch Papierschnipsel, links knurrt ein Papagei, zwitschert ein seidener Lovebird ($60). Hell grün fließt sein Federkleid in unwahrnembarer Farbabstufung dunkler werdend seinen zierlichen Nacken hinab, Gesicht und Kragen flimmern in sanftem Hellrosa und Violett. Steht man vor seinem Käfig kommt er sofort herbei, flötet, und legt erwartungsvoll den Kopf schief. Ich zwänge meinen Finger durch die Gitterstäbe und er benagt ihn vorsichtig, drückt dann, wie einen Katze, seinen Nacken gegen meinen Finger, und lässt sich verträumt kraulen, lässt sein Glück irgendwie schimmern in seinen konvexen schwarzen Augen, ein Moment der Verständigung zwischen Lebewesen verschiedenster Gattung, er ein Erbe der Dinosaurier, ich ein Affe, als wollte er sagen, ja, wir leben hier, in diesem Moment, alle beide zugleich, schlagen uns durchs Leben, und können einer den anderen stärken, weil wir unser Bedürfnis geliebt zu werden verstehen. Nach der modernen Biologie sind die meisten Vögel (außer vielleicht den Raben) stets noch nichts anderes als kompliziere Maschinen, aber ich zweifle.


R feiert heute hier den Geburtstag von einem ihrer Klassenkameraden. Die Edmonton Humane Society versorgt gefundene, ausgesetzte und kranke Haustiere, und vermittelt sie weiter an adoptivwillige Neubesitzer. Zoltan, mein Gespensterfreund, hatte mit hiervon schon letztes Jahr erzählt und ich hatte damals, meiner großen, wenn auch mehr gefühlten als aktiven, Tierliebe und Träumen von guten Taten (wenn man doch wenigstens ein, zwei, vielleicht 3 gute Taten vollbringen könnte auf diesem Kausalitätsplaneten in diesem Kausalitätsleben) schnell nachgebend, erwogen als volunteer für die animal rescue der Humane Society zu arbeiten. Ich begann dann aber mit meinem Flötenunterricht, hatte wegen der barocken Läufe, der romantischen Legatos, den Problemen mit e'' und fis'' keine Zeit mehr, und bin hier nun erst durch einen Kindergeburtstag gelandet.


Wie alles hier ist so ein Geburtstag perfekt organisiert, und erinnert mich an unsere Expedition zur nagelneuen Edmonton Art Gallery (AGA) letzte Woche. Ich ging als parent volunteer mit Jakobs Klasse mit. Thema "Edgar" Degas. Kurios; sie sagen 'Picasso', 'Van Gogh', 'Rembrandt', aber '"Edgar" Degas, wer weiß, weshalb, wieso, warum. Die ganze Klasse studierte ausführlich die splitternackten verbogenen Gestalten in Bronze gegossener Miniaturballettänzerinnen, in tridimensionaler, unverhüllter Pracht. Erst wurden sie gezeichnet, später nachmodelliert. Unsere Ergebnisse sind hier zu sehn. Jakob erntete wegen der dicken Hinterteile, die sein Figur zieren, Körbe voll anerkennendem Gespött von seinen Kommilitonen, doch gerade die schönen Südhalbkugeln machten seine und meine Figuren weit dimensionaler als alle übrigen.

zondag 28 februari 2010

Ich war ein Berliner

Op donderdagmorgen wandelde ik van het hotel naar de Humboldt Universitaet. Aanvankelijk was het nog een beetje grijzig en nat, maar allengs brak een zonnetje door. Het eerste gedeelte ging voorspoedig, met de kaart in de hand, maar bij de rivier gekomen, was het ineens niet zo duidelijk meer. Een oudere mijnheer zag mijn wanhopige blik en vertelde me dat ik eigenlijk gewoon rechtdoor moest. Niet direct evident.


Dan nog wat foto's om echt te bewijzen dat ik in Berlijn was. Speciaal voor onze huisduitser. Het is me niet gelukt om een Schweinehackse te bestellen, maar wel een Riesen Currywurst. Ik geloofde nooit dat onze oosterburen droge kerriepoeder over hun worsten heendeden, en die dan opsmulden, maar sinds donderdag moet ik wel. Beetje rare jongens, die Duitsers.