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vrijdag 4 september 2009
Zomervakantie II - Jetzt im Deutschen
Na de lange zomervakantie kwam er nog een, met mijn ouders, U2, Urlaub no 2. Veel van de gebeurtenissen en belevenissen zijn te privé voor dit blog, maar een korte bericht, en foto's, willen wij toch geven, en die verschijnt hieronder ergens, binnen kort of lang, op de juiste dagen, tussen 15 en 29 augusto, herkenbaar door prefix U2, in het Duits, net zo als vroeger de televisie. Want mijn ouders willen het graag kunnen lezen, en natuurlijk ook ome Berni.
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zomervakantie 2009
donderdag 27 augustus 2009
U2 - Großes Alberta
Kaum hatten wir unseren Hecht aufgegessen (lieber Opa, für dieses Abenteuer danken wir dir gerne noch einmal hiermit offiziell und schriftlich: ohne dich hätten wir uns das alles nicht getraut!), lagen erschöpft aber er- und aufgefüllt im Zelt, da meldete sich das Wetter v0n Alberta. Es betrachtete das Gebiet um Lac la Biche als Übungsraum für den Weltuntergang. Das Wort Blitz sagt nicht viel, auch Donner klingt noch beinahe freundlich, das Wetter von Alberta wollte uns heute abend die eigentliche Bedeutung wieder näher bringen, und wir fühlten zitternd diese Bedeutung, in der elektrischen Atmosphäre unseres kleinen Zeltes, sehr gut und genau: draußen zersplitterte der Raum und kreischte die Zeit wie vor der Schöpfung. Zählen: 1001, 1002, 1003, Karataratongdschruuuuummmm, hm hm, 1001, 1002, Arrrrgtrotschraaahahahkrotschschschsch, hrrnn, 1001, äh äh, --- Zackbumkrawatzeraz. Wir zogen uns in Opa und Oma's Hütte zurück. Nach ca 3h dachte das Wetter von Alberta, dass die Hütte genug gewackelt und wir genug verstanden hatten, und suchte sich ein anderes Wirkungsfeld.
Zur Belohnung waren Luft und See am folgenden Tag wie frisch gemalt.
mal 'ne Scheuer,
Zur Belohnung waren Luft und See am folgenden Tag wie frisch gemalt.
Vorsichtig kroch die Sonne aus ihrem Räubernest und erleuchtete den Strand komplementär.
Ein philosophischer Croq meditierte, ein philosophischer Stuhl betrieb Morgenmetaphysik.
Das Wasser war lackierte Luft,
der See eine Fläche, die sich in den Himmel bog.
Wellen wie von Licht, unhörbar, wiesen den Weg in die Stille: komm, früher Wandrer, nehm diesen Steg für deinen letzten Gang, zur Ruhu,
zur ewigen,
auf jenem Eiland, immer im Nebel vermummt. Ein memento mori zum Frühstück, vielen Dank! Aufbruch dann, zurück in südlicheres Gefilze! Das Wetter von Alberta hatte mit den lachenswürdigen menschlichen Erfindungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik Schindluder getrieben. Telefon kaputt, keine Kreditkartenzahlung möglich. Opa blätterte das nötig Papiergeld wie ein echter Mann auf den Campingladentisch.
Wie ein Möbiusband rollte sich die Landschaft nun vor uns auf und zugleich ab, stundenlang- und breites Agrarland ohne Limit, dazwischen, wie Krümel auf den Frühstückstisch gestreut, hie eine Farm,
ukrainische Zirbelkirchen. Und eine Riesenente, doch davon berichteten wir schon in einer früheren Sendung.
Zum Abschluss kauften wir bei einem Zombie in der Nähe van Cooking lake ein Pepsi und eine Tasse Kaffee, noch 30 min, und wir sind wieder "zu hause".
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woensdag 26 augustus 2009
U2 - Tight Lines
Morgens machen wir uns wieder auf den weg nach beaver lake.
View Lac la Biche in a larger map
Das Wetter ist mild, der See liegt still, unser Angelguru verkündet bestes Fischwetter. Petri Heil, wir schlurfen also zum Bootsverleih und arbeiten unterwegs die Logistik aus: J., Opa und ich fahren zuerst Boot. Bevor wir lostuckern bringen wir den Rest der Arbeitsgruppe zum Badestrand von gestern. Nach ca 40 min legen wir dort an und tauschen J. aus mit E. und kleiner R., uns später wechseln wir E. und R. um in M. und J., etc, usw.
Zurück vom Badestrand schließen wir Bootsmietvertrag und kaufen einen spoon zum Hechtfischen. Die Widerhaken müssen abgebrochen oder plattgedrückt werden, denn in Canada ist Fischen mit Widerhaken verboten. So können zu kleine oder zu illegal gefischte Fische ohne grössere Verletzungen zurückgeworfen werden. Manche Fischer fischen nur auf diese Weise. Sie werfen alles wieder ins Wasser, denn es gut ihnen nur um die rod action. Mit Opas roter Zange quetschen wir den Haken in die Legalität.
Die Wegfahrsperre (Stöpsel im Schiffsrumpf) ist aufgehoben, der Tank voll, man hat uns erklärt wie wir den Motor wieder starten können wenn er aus geht, wo sich Unterwassermauern befinden, über die wir nicht fahren dürfen und wo die besten Fanggründe sind. Im Notfall per Handy anrufen. Wir verstehen in aller Aufregung nichts, und fahren halt mal los. Handy liegt leider im Auto. Es schaukelt ungewohnt, aber wir machen trotz innerer Unruhe professionelle Fischersvisagen, die die überlegen Ruhe der Erfahrung ausstrahlen.
Erst mal ein paar Trockenübungen. Dann fischen wir mit Schlepptechnik. Angel auswerfen, bij langsamer Fahrt einholen. Auswerfen, immer wieder. übers Wasser starren, Fischtechnik besprechen, dem Kabbeln lauschen, kurbeln; nicht viel passiert, aber alles ist aufregend. Weil nix anbeisst, sorgt Opa anstelle van rod action für boat action. Wir sausen wie Seepiraten kreuz und quer über den See und alle Unterwassermaueren.
Zug an der Leine! Aber nein, der widerhakenlose Haken sitzt fest im subaquatischen Gestrüpp. Opa fürt komplizierte Manöver aus, ich zerre und spule, die Leine verheddert zich, aber mit vereinter Mühe und Anstrengung gelingt die Entknotung. Ich werfe gleich wieder aus, und schon wieder Zug, aber, ich merke es gleich, anders, flexibel, zuckend, lebendig. Ein armes Tier hängt fest! "Ich hab einen, ich hab was!" rufe ich unsicher und erschrocken. "Leine straff halten!" ruft Opa. Sein Augen strahlen jagdlustig. Der Kampf hat begonnen. Fisch kriegt Leine, saust weg, dass die Spule summt. Sobald er aufhört fang ich an zu kurbeln und ziehe ihn in Richtung Boot. Immer wieder geht das so. Manchmal springt der tapfere Gegner vor dem Boot aus dem Wasser. "Ein Hecht, gute Größe!" meldet unser Skipper. Ich hab nix gesehen aber glaube alles. Endlich wird Freund Hecht müde, Opa legt den Käscher klar, die schwierigste Aktion beginnt: Fisch aus dem Wasser kriegen, ohne dass Leine oder Haken sich im Netz verheddern. Es klappt. Schnell messen ob der Fisch lang, i.e. alt genug ist, ja! Ich greife zur roten Zange und schlage dem kämpfenden Tier 2mal auf das Gehirn. Das Leben zittert noch kurz nach, dann ists geschehen, mein erster Fang! Ich füle mich wie ein Neanderthaler. Leben und leben lassen, das ist die Basisstrucktur der Welt. Der kulturelle Schleier ist für einen Moment aufgehoben, die nackte Wahrheit blinkt vormoralisch kurz auf. Epiphany.
Ich hatte das Fischen eigentlich aufgegeben, nachdem ich in meiner Jugend, auch auf einem kanadischen See, aber östlicher, irgendwo in der Nähe von Manitulin island einen Haken mit Widerhaken in der Nase meiner Bruders versenkt hatte. Vom Schreck über die dumme und Misse-tat beherrscht, ruderte ich in wildem Zickzack zum Ufer, aber als wir ankamen hatte der Bruder den Haken selbst schon aus der Nase gezogen. Hilflosigkeit und Schuldgefühl wallen noch immer herauf aus dem Dunkel der Vergangenheit, wenn ich daran danke. Nun, dieses mal hab ich aber doch einen Fisch erwischt.
Die Aufregung ist nun allerseits sehr groß, J. ist völlig aufgedreht, obwohl er beim Fang leider nicht an Bord was. Wir besorgen Eis, nehmen einen kleinen Imbiss (Großmutterns Terminologie) und fahren zur Beruhigung und Buße unseres Mordes noch bei der Lac la Biche Mission vorbei.
Dann schnell nach haus. Meister Fisch wird fachgerecht zerlegt, auf dem Fischschlachtblok unter freiem Himmel, so wie er gelebt hat. Es handelt sich um ein Weibchen. Opa lässt J. alles sehen: Leber, Darm, Eierstöcke.
Der Hunger ist jetzt groß. Wenn's Essen endlich fertig währe, kriegte man keine Warteschwähre!
Aha, das Packet wird geöffnet.
Oh, ah, lekker. Sicher, für den Hecht war es kein guter Tag. Aber wir haben dich immerhin mit Verehrung und Hingebung aufgegessen, das ist doch auch was, Hecht, oder nicht?
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dinsdag 25 augustus 2009
U2 - Hotdogs und Marshmellows am Lagerfeuer
Am nächsten Morgen also dann wieder nach Plah'mondon. Ich kaufte meine WIN (wildlife identification number), Hirsche jagen wollte ich noch nicht, habe ich also nicht angekreuzt. Wir hatten gestern das ganze Fischlizenzinfomaterial durchgearbeitet, aber es war mir immer noch nicht alles klar. Musste ich auch noch eine extra walleye Lizenz haben? Das Mädchen, das mir die Lizenz zum Töten verkaufen wollte, wusste es auch nicht. Mensch, oder besser, Waidman, so kompliziert und eingewickelt! Ich pflüge durch das dünne Papier der Lizensrichtlinienbroschüe, aha, aaah, nee, die walleye Lizenz kann man gar nicht kaufen, die wird verlost. OK, also nicht nötig, geregeld, weiter jetzt. Mit WIN, Angel, Köcher und der ganzen Familie im Fahrzeugverband zum Bever Lake.
Auf der Fahrt ging mir so einiges durch den Kopf, Fischfangregeln, Fischköpe und Fischflossen. Wer den falschen Fisch an Land zieht wird bestraft, wie aber erkennt man auf hoher See walleye, pike, see trout, etc., und sind unsere Haken eigentlich legal? Muss es denn sein, dachte ich, dieses Fischen? Muss der Fisch denn tot gemacht werden, und wirklich durch mich selbstig? Soll ich ihn nicht lieber schwimmen lassen, schön im kühlen Wasser? Auf jeden Fall, wenn wir einen Fisch fangen, dann muss ich ihn immer bei mir haben. Liegt er in Opas Auto, dann könnte der Fischkontrolleur denken, Opa hätte gewildert! Überall vermutete mein paranoides Hasenherz nun den Fischotter, pardon Fischkontrolleur. Mir schien die Chance um einen aus dem Wasser zu ziehen größer, als die, einen Fisch an den Haken zu schlagen. Aber nein, wir ermannen uns, und Opa ist ja auch dabei, erfahren und vertraueneinflößend.
Über den Bever Lake bläst eine steife Briese. Kein Fischwetter beschließt Opa, der Fischgeneral. Eine Familie zieht an uns vorbei, steigt, beladen und behangen mit Angeln, Ködern, Blinkerkästen, ins schwankende Boot, das vom Gewicht der Gross- und Dickmenschen tief ins Wasser sackt, und steuert unbeirrt quer durch die gischtenden Wellen. Wir aber, ein bischen beschämt, drehn um, bei Wellengang ist nun einmal nicht gut Fischen wissen wir als Experten. Morgen vielleicht?
Wir finden eine geschützte Bucht, wo die Sonne Kraft genug hat, und nehmen ein Bad. Vielleicht fangen wir ja so noch einen Fisch, einfach mit der Hand, wie die Indianer?
und auf der Rückfahrt auf dem Damm zwischen Festland und Big Island einem lebenden Stachelschwein, das über die Strasse wackelt. Wir stoppen, blockieren zusammen mit dem Schwein den Damm ausgiebig, sind doch die einzigen Verkehrsteilnehmer zwischen hü und hott. Wie ein Schiff schaukelte es mit unbekanntem Ziel dahin. Gefährlich bewaffnet mit tausend Stacheln, die sich in der Haut der Angreifer festhaken. Zu nahe möchten wir ihm nicht kommen, bleiben gut geschützt im Auto sitzen.
Wir stoppen bei einer Saskatoonfarm, denn wir wollen der gerade erst erlernten Saskatoonlust vollständig nachgeben. Wir plücken einen Senfeimer voll, und essen dabei nochmal so viele von den kleine schwarzen runden saftigen süßen Dingern auf der Stelle auf.
In der Dämmerung wird der Grill wieder angeworfen. Heute auf dem Programm: klassische kanadische Küche: hot dogs mit Sauerkraut und gegrillte Marshmellows.
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maandag 24 augustus 2009
U2 - Erkundungen in Lac La Biche
Die große Aufgabe, die wir uns für Lac la Biche gestellt hatten, war das Erlernen des Fischens. Opa beherrscht die Technik, aber wie siehts aus mit Erlaubnis, Lizenz, und so? Auf dem Weg nach Lac La Biche stoppen wir beim ersten licence shop, in Plamondon. Für uns als residents kostets beinahe nix, aber für die Besucher aus Europa wird es teuer. Und das für 2-3 Tage, mit in der späten Saison kleiner Fangchance. Ungewiss und unlizensiert besteigen wir unsere Fahrzeuge, auf der Suche nach tagfüllender Planung.

Auf dem Rückweg staksen wir über einen Boardwalk hinunter zum Wasser, wo wir einen kleinen Strand finden.
Es dauert eine ganze weile bis wir entdecken dass der schwarze Streifen, ca 600m voor uns im Wasser gelegen, lebt; mit Hilfe von Fernstecher und Teleobjektiv untersuchen wir die Erscheinung: es sind schwarze Vögel, vielleicht 1000 Stück, Kormorane (double-crested cormorant, phalacrocorax auritis), bekannt als Fischdiebe und Vielfraße. Die Wellen rollen, einjeder unternimmt seine eigenen Untersuchungen, im Wasser, im Schwemmgut, in der Ferne, paradiesisches zielloses Treiben, am Strand, und in Luft und Wasser, lange Minuten. Endlich wird es uns zu kalt, auf zurück, der Tag ist schon vorrüber! Wir entziehen uns dem magnetischen Panorama mit langsamem Schritt und sehen unterwegs erste Herbstzeichen und paarende Libellen.
Auf dem Parkplats fliegen hundert Libellen um unsere Köpfe, sie sind auf der Jagd. Die Kinder versuchen sie zu haschen. Klapt aber nicht, zu langsam mähen ihre Riesenarme durch die rasendschnelle Luftschlacht.
Mit unserem kleinen Beil gehen wir den dicken Baumscheiben zu Leibe, die die Holzmainzelmännchen angeliefert haben. Ein Klotz steht, oder besser balanciert, auf einem andern, der auf dem abschüssigen Boden beinahe von selbst umfällt, das Beilchen donnert hernieder, getrieben mit aller Kraft und Hingabe, ein Knall, ein Ächzen, und in der Tat, die Materie ist geteilt, alle Beine und Arme sind wie durch ein Wunder heil geblieben. Schnell knattert Lachs auf allen Grills.
Fischen kann man überall, Wander- und Spaziermöglichkeiten sind jedoch beschränkt, will man nicht mit Canoe oder Helikopter operieren. Bleibt Sir Winston Churchill Provincial Park. Über einen Damm gelangen wir auf die Halbinsel Big Island, die den Hauptteil des Parks ausmacht. Am Nord/West Zipfel stoppen wir die Carbonschleudern und beginnen den Long Point Trail, der uns zum ässersten Zipfel der Insel bringen wird. An beiden Seiten rauscht Lac la Biche

Das Wetter ist nach dem grimmigen Donner vom Vortag klar und nüchtern. Freund osprey kreist über uns im steifen Westwind.
Das Wetter ist nach dem grimmigen Donner vom Vortag klar und nüchtern. Freund osprey kreist über uns im steifen Westwind.
Und der See scheint versilbert.
Auf dem Rückweg staksen wir über einen Boardwalk hinunter zum Wasser, wo wir einen kleinen Strand finden.
Im Supermarkt kan Opa dem Lachskilopreis nicht widerstehen, mit einer grossen Tüte voll wildem Lachs, mit Zitronen und Einmalgrillaluminiumfolie bewaffnet, stolpern wir wieder nach draussen, jetzt muss schnell prehististorisch gekocht werden, auf zum Campingplatz!
Der See liegt still. Gutes Fischwetter. Volgendes wurde beschlossen. Paps (also ich), der doch vor allem das Fischen erlernen muss, so dass wir in unseren nächsten Sommerferien uns auf unseren Canoetrips selbst versorgen können, kauft eine schöne, billige Fischlizenz, Opa liefert die Apparatur und Expertise, und morgen soll ich dann mit all dieser Unterstützung meinen ersten Fisch hoffentlich fangen. Das wird mir eigentlich zu spannend ...
Im schummrigen Hüttenlicht stundenlang Lügen gespielt, mit den Kindern. Dann ins Zelt gekrochen.
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zondag 23 augustus 2009
U2 - Nach Lac La Biche
Heute gehts endlich in den nicht wirklich hohen, aber doch noch unbereisten Norden, Richtung Fort McMurray, wo die Oilsands unheilvoll brodeln, eines der größten Katastrophen-Artefakte mit denen der Mensch sich selbst beglückt hat. Gordon Browns 50 Tage, die noch verbleiben um die Welt zu retten (gerechnet ab 19/10/2009), werden da so wenig beachtet verstreichen wie 50 Tage im Präkambrium. Tja, schade um die Welt, aber gut für die Oilsands und andere Profiteure ohne Skrupel.
Nach einer weiteren Stunde fahren fahren wir in strömendem Regen auf schlampig schlammiger Straße in den Zeltplatz ein. Die cabin ist OK, eigentlich sogar ganz gemütlich, aber das Wetter? Wir haben zur Sicherheit nicht im voraus bezahlt, denn zurückerstattetet, das versichern uns buntschreiende Pamphlete bei der Rezeption, wird nichts, kein cent. So können wir morgen wieder weg, wenns nicht auszuhalten ist. Wir suchen einen Zeltplatz, denn der vorgebuchte neben der cabin ist abschüssig, steinhart, matschig. Doch der Platz zwischen Toilettenhäuschen und Wasserentsorgungstruck gefällt uns auch nicht, letztendlich bleiben wir neben der Hütte. Wie soll's nun weitergehen? Wir warten den ganzen Abend in der cabin auf eine Ende des Regens. Schwer lastet auf mir als Gesamtverantwortlichem die - - Verantwortung für dieses Schlamassel. In Edmonton könnte man nun trocken vorm knasternden Holzfeuer sitzen! Als die Begießung dann doch noch aufhört baue ich schnell das Zelt auf. Niemand will aus der Wärme, aber es muss sein, es muss.
Dunkel liegt der See hinter den Bäumen, wie schwarze Galle.

Fahren, fahren, fahren, mit Jeepo und Silberfisch im Schlepptau. Wir erwarten endlose unbewohnte Wälder mit dazwischen trostlosen, halb verlassenen, vergreisten, absterbenden Dörfern, und wir werden nicht enttäuscht. Ein buntes Schild (Enjoy our faboulous Breakfast, Families welcome) lockt uns nach ca. 1 1/2 h Fahrt nach Newbrook (Astronomy capitol of NorthLand, Where your eyes meet the sky)

Alles ist hier geschlossen. In der Drugstore sind die leeren Regale abmontiert und die Möbel grob in einer Ecke übereinander gestapelt, eine Scheibe ist eingeschlagen. Vom family restaurant nicht einmal mehr eine Ruine an der großspurig benannten Sputnik Drive, die galaktische Jupiter Avenue ist verschimmelt und verkarstet. Kalt bläst de Wind, grauer noch hängen die Wolken, zäh und verblasen, über uns. Wir hören Stimmen. Menschen? Sie haben Räder an ihr Haus geschraubt und bereiten die Flucht vor. Das letzte Hab und Gut trug man hier zum Waschsalon, aber dem ists auch genug, er hat dies geradebrochen und auf sein Tür geklebt:

Nur Junkie John widersteht dem allgemeinen Untergang, die einzige acception. Also weiter fahren, weiter, 20km weiter nach Boyle, wo die Welt wieder bunter ist, ein wenig wenigstens. Wo schleppen wir meine Eltern nur wieder hin, die Armen, was für eine Sorte Urlaub ist das denn?
Im Boyle Coffeshop ersticken wir die Sorgen in Hamburgers mit Pommes, Apfelsaft und Kaffee, serviert von Fafner dem Drachen, Fasold molocht vermutlich in der Küche. Doch die Aussicht bleibt trübe. Draußen braut sich etwas zusammen, erst grummelts, dann donnerts über die Fläche. Traurig quietschen die Rangiergleise vorm Fenster, wo endlose Güterzüge zusammengekettet werden.

Wo, was und warum sind wir eigentlich an diesem Ort? Sind wir gestrandete Monaden, verlorene Seelen, gestrauchelt am Rand des Universums? Wird am Lac alles besser? Die Insektenvorhersage war immerhin nicht ganz düster, ein Hoffnungsschimmer.
Out of order ist alles, und wir Zivilisationskinder deutlich out of place.
Alles ist hier geschlossen. In der Drugstore sind die leeren Regale abmontiert und die Möbel grob in einer Ecke übereinander gestapelt, eine Scheibe ist eingeschlagen. Vom family restaurant nicht einmal mehr eine Ruine an der großspurig benannten Sputnik Drive, die galaktische Jupiter Avenue ist verschimmelt und verkarstet. Kalt bläst de Wind, grauer noch hängen die Wolken, zäh und verblasen, über uns. Wir hören Stimmen. Menschen? Sie haben Räder an ihr Haus geschraubt und bereiten die Flucht vor. Das letzte Hab und Gut trug man hier zum Waschsalon, aber dem ists auch genug, er hat dies geradebrochen und auf sein Tür geklebt:
Nur Junkie John widersteht dem allgemeinen Untergang, die einzige acception. Also weiter fahren, weiter, 20km weiter nach Boyle, wo die Welt wieder bunter ist, ein wenig wenigstens. Wo schleppen wir meine Eltern nur wieder hin, die Armen, was für eine Sorte Urlaub ist das denn?
Wo, was und warum sind wir eigentlich an diesem Ort? Sind wir gestrandete Monaden, verlorene Seelen, gestrauchelt am Rand des Universums? Wird am Lac alles besser? Die Insektenvorhersage war immerhin nicht ganz düster, ein Hoffnungsschimmer.
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zaterdag 22 augustus 2009
U2 - Ford Edmonton
Trotz der vollen Ladung Geschichte gestern im Ukranian Village gehts unersättlich und unaufhaltsam weiter: heute die Geschichte von Edmonton, und das ist zum großen Teil die Geschichte der Hudson Bay Company (HBC). Denn das erste Gebäude, das an dieser Schlängelung des Saskatchewan im Jahre dunnemals 1830 in den Boden gesteckt wurde war Ford Edmonton (no. 5), ein wichtiger Stützpunkt der HBC.
Wir machen uns auf zum größten historischen Park Canadas, Ford Edmonton Park, der unter anderem eine komplette Replik des originalen Forts No.5 enthält, nebst nochmals 30 anderen, von Interpretern belebten, originalen historischen Gebäuden, einer funktionierenden Dampfeisenbahn, einem historischen Minigolfplatz, einem 1000 Jahre alten Riesenrad, usw, siehe hier. Die Replik ist übrigens, wie wir später lernen durften, nicht nach originalen Plänen gebaut, sondern Notizen zweier britischer Spione die untersuchten, ob man das zivile, merkantile Fort für einen kleinen Angriffskrieg gegen Amerika missbrauchen könne.
Wie gebräuchlich fuhren wir unter Dampf zum Fort, wo wir durch einen Metis Trapper empfangen wurden, der uns in 2 Minuten die gesamte Geschichte von Alberta erklärte. Wenig weiser explorierten wir die Gebäude, u.a das Haus de Faktors, die Quartiere der Arbeiter und clerks und den Pelzladen. Der wachhabende Händler kam aus Haiti (also gespielt, ich meine seine Rolle schrieb das vor, es war natürlich, in echt, ein Student aus Edmonton); 1830 keine Besonderheit, durch den weltumspannenden Schiffshandel kamen die Glückssucher weit herum. Von ihm lernten wir auch endlich wofür die Indianer ihre Pelze an die HBC verkauften: nicht gepanschten Fusel, sondern für Wolldecken (sog. point blankets)! Scheinbar sind Bison- oder Bärenfelle im Winter nicht so wärmend wie eine schöngestreifte Decke aus englischer Wolle.
Nach dem wir die Arbeitsweise der Sonnenuhr errätselt hatten, gingen wir in de Zukunft (1885). Und dort fanden wir, im Jasper Hotel, wo früher illegal Schnaps unter de Theke verkauft wurde, endlich die ukrainischen Zimtrollen die wir im Ukrainian Village nicht hatten finden können. Hefig, zimtig, süß und duftend. Hm! Mit einer Tasse Kaffee dabei saßen wir auf Schaukelstühlen und sahen zu wie auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein historischer Doktor seine historische Wiederbelebungstechnik vorführte am Beispiel einer ohnmächtigen Dienstmagd, die das Mieder zu eng geschnürt hatte. Becky durfte ein bisschen Pony reiten.
Wir wurden müde von all den Gesprächen, Fragen und Antworten, Informationen und Attraktionen, und schlurften nach 1905, wo die Herren mit Luftgewehren ein paar Schüsse abgaben und gegenwaertige Hochzeiten gefeiert wurden (in Alberta trägt der Bräutigam zum Smoking einen Cowboyhut und Lasso). Trotzdem war die Luft raus. Endlich angekommen bei Riesenrad und Karussell hauten wir zum Abschied dem Lukas auf die Birne. Das wars.

Noch schnell die Einkaufe erledigen, denn morgen weist die Kreiselkompassnadel gen Norden, nach Lac la Biche!
Wir machen uns auf zum größten historischen Park Canadas, Ford Edmonton Park, der unter anderem eine komplette Replik des originalen Forts No.5 enthält, nebst nochmals 30 anderen, von Interpretern belebten, originalen historischen Gebäuden, einer funktionierenden Dampfeisenbahn, einem historischen Minigolfplatz, einem 1000 Jahre alten Riesenrad, usw, siehe hier. Die Replik ist übrigens, wie wir später lernen durften, nicht nach originalen Plänen gebaut, sondern Notizen zweier britischer Spione die untersuchten, ob man das zivile, merkantile Fort für einen kleinen Angriffskrieg gegen Amerika missbrauchen könne.
Wir wurden müde von all den Gesprächen, Fragen und Antworten, Informationen und Attraktionen, und schlurften nach 1905, wo die Herren mit Luftgewehren ein paar Schüsse abgaben und gegenwaertige Hochzeiten gefeiert wurden (in Alberta trägt der Bräutigam zum Smoking einen Cowboyhut und Lasso). Trotzdem war die Luft raus. Endlich angekommen bei Riesenrad und Karussell hauten wir zum Abschied dem Lukas auf die Birne. Das wars.
Noch schnell die Einkaufe erledigen, denn morgen weist die Kreiselkompassnadel gen Norden, nach Lac la Biche!
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vrijdag 21 augustus 2009
U2 - Ukranian Village
Wir hatten einmal mehr einen Ruhetag vorgesehen, aber der Silberpfeil muss rollen.
Opa will gerne auch noch zum Ukranian Village, obwohl wir gestern erst in der selben Richtung unterwegs waren, und obwohl morgen Ford Edmonton auf dem Programm steht, ein großer Historischer Museumspark.
Aber gut, klein Problem, wir packen Jan und alle Mann in die Autos und brummen wieder, via den mächtigen Yellowhead Richtung Osten. Es wurde ein schöner, interessanter und lustiger Tag, den wir Opa zu danken haben.
Unser Bild von der Rolle der Ukrainier in Edmonton und Alberta ist bisher noch recht verwaschen, wir wissen dass sie eine der größten Bevölkerungsgruppen ausmachen, dass sie ganz am Anfang schon mit von der Partie waren, als hier nur Indianer wohnten, ein paar Trapper und ein paar Offiziere der Hudson Bay Company. Aber wie war das eigentlich genau.

Um dies dem fleißig wissbegierigen Informationshamster deutlich zu machen, und auch weil die Ukrainer vermutlich immer noch in allerlei Machtzentren sitzen, hat Alberta einen ganzes Ukrainisches Dorf nachgebaut, oder vielmehr, originale Ukrainische Gebäude anderswo ab- und vor Ort wieder aufgebaut. Es gibt im Dorf zwei Kirchen, oder besser Basiliken (keine Baselisken)

eine Schule, Bauernhäuser, Hotel, grain elevator, general store, grocery store ... Das besondere der kanadischen historischen Parks sind aber nicht nur die Gebäude, die alle historisch korrekt eingerichtet sind mit unendlich vielen Details,
sondern die interpreters, die alles zum Leben erwecken, die Gemüsegärten pflegen, Kuchen backen, mit Pferdeegge das Land bearbeiten, die 3 Model T in Schuss halten, oder mit der Pferdekutsche durchs Dorf eiern.
Während man in amerikanischen Parks dem Park Ranger begegnet, trifft man in Kanada auf den interpreter. Und in historischen Parks spielt der immer eine authentische Rolle, befindet sich also z.b. in 1920, hat Kleider an aus 1920, spricht wie in 1920, und fällt, wenn er gut ist, nie aus der Rolle, auch wenn der eingeweihte Besucher alle Tricks probiert.
Der kann am besten mitspielen und sich selbst auch in die Vergangenheit versetzen. Oma dachte erst, dass die interpreters sich so komisch verhielten, aber als sie den Bogen raus hatte, wurde mit jedem interpreter ein langer Plausch gehalten, in 1920. Die hatten auch Zeit, den die Saison war beinahe vorüber, und wir fast die einzigen Besucher. Unter anderem traten wir auf als Schulkommission, die den Lehrer wegen Abwesenheit im Dienst schuhriegeln wollte.
Um dies dem fleißig wissbegierigen Informationshamster deutlich zu machen, und auch weil die Ukrainer vermutlich immer noch in allerlei Machtzentren sitzen, hat Alberta einen ganzes Ukrainisches Dorf nachgebaut, oder vielmehr, originale Ukrainische Gebäude anderswo ab- und vor Ort wieder aufgebaut. Es gibt im Dorf zwei Kirchen, oder besser Basiliken (keine Baselisken)
eine Schule, Bauernhäuser, Hotel, grain elevator, general store, grocery store ... Das besondere der kanadischen historischen Parks sind aber nicht nur die Gebäude, die alle historisch korrekt eingerichtet sind mit unendlich vielen Details,
Der kann am besten mitspielen und sich selbst auch in die Vergangenheit versetzen. Oma dachte erst, dass die interpreters sich so komisch verhielten, aber als sie den Bogen raus hatte, wurde mit jedem interpreter ein langer Plausch gehalten, in 1920. Die hatten auch Zeit, den die Saison war beinahe vorüber, und wir fast die einzigen Besucher. Unter anderem traten wir auf als Schulkommission, die den Lehrer wegen Abwesenheit im Dienst schuhriegeln wollte.
Wer aufmerksam ist kann sogar eine kleine Geschichte reconstruieren. So stellte sich heraus, dass der constable der RMCP gerne mal zu viel trank und letzte Nacht im Hotel randaliert hatte, und dass irgendjemand gerade frische Zimtrollen (eine ukrainische Spezialität) gebacken hatte. Oma ging nun auf die Jagd nach diesen Zimtrollen, wir schnupperten in alle Bauernhöfen herum, konnten aber letztlich die Zimtrollen nicht aufspüren. Aber wir lernten viel; wie der grain elevator funktioniert + sein Businessmodell; dass, mit Hilfe von Batterien und Windmühlen, elektrisches Licht erzeugt wurde;

dass man auch im Dorf schon ein Telefon hatte, aber nur eine Verbindung, so dass die ganze Gemeinde jedes Gespräch mithören konnte; dass der Lehrer einen eigenen Dienstwagen fuhr,

und also eine Prima Job hatte; dass die Kinder in der Schule Englisch sprechen mussten (wie die Indiane), Ukrainisch aber verboten war und der Gebrauch der Muttersprache durch die Lehrer hart bestraft wurde; dass niemand wusste, wozu lamp black verwendet wurde; dass die Ukrainer nach Edmonton gekommen waren, weils da, wie zu hause, Wald gab, sodass man Holzhäuser bauen konnte;

wie die Kohlschneidemaschine funktioniert; dass das Ukrainische Bauernhaus aus zwei Zimmern besteht, Küche und Fest/Vorratsraum, wo zwischen Eingemachtem und getrockneten Kräutern und Blumen der Herr Jesus die Wacht hält;

dass in rumänischen Häusern (ein paar Rumänen waren irgendwie dazwischen gerutscht) die Decke immer gelb gefärbt wird, in der Farbe der Sonne; wie man, um einen vollen Eisenbahnwaggon anschieben zu können, die Haftreibung überwindet:

usw. usw.
dass man auch im Dorf schon ein Telefon hatte, aber nur eine Verbindung, so dass die ganze Gemeinde jedes Gespräch mithören konnte; dass der Lehrer einen eigenen Dienstwagen fuhr,
und also eine Prima Job hatte; dass die Kinder in der Schule Englisch sprechen mussten (wie die Indiane), Ukrainisch aber verboten war und der Gebrauch der Muttersprache durch die Lehrer hart bestraft wurde; dass niemand wusste, wozu lamp black verwendet wurde; dass die Ukrainer nach Edmonton gekommen waren, weils da, wie zu hause, Wald gab, sodass man Holzhäuser bauen konnte;
wie die Kohlschneidemaschine funktioniert; dass das Ukrainische Bauernhaus aus zwei Zimmern besteht, Küche und Fest/Vorratsraum, wo zwischen Eingemachtem und getrockneten Kräutern und Blumen der Herr Jesus die Wacht hält;
dass in rumänischen Häusern (ein paar Rumänen waren irgendwie dazwischen gerutscht) die Decke immer gelb gefärbt wird, in der Farbe der Sonne; wie man, um einen vollen Eisenbahnwaggon anschieben zu können, die Haftreibung überwindet:
usw. usw.
Zum Abschluss gabs im verlassen Biergarten kovbasa (Wurst), varenyky (ukrainische Ravioli) und holubtsi (Kohlrouladen) mit schön viel Butter und extra Schmand dabei. Nur ein Bier gabs halt leider nicht!
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